Die Kreidezeit ist vorbei. Jedenfalls an der Fachschule für pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) in Paderborn. Die grün lackierten, immer etwas staubigen Tafeln sind gegen riesige Bildschirme ausgetauscht, etwa 1,80 Meter breit und einen Meter hoch. Dazu WLAN, Laptops für Lehrer und auch Schüler, Kameras – sowie Mikroskop, Rührautomat und Nahinfrarot-Spektroskop, also verschiedene pharmazeutische Fachgeräte mit Schnittstelle: Die Digitalisierung ist an der PTA-Schule in den vergangenen Monaten weit vorangeschritten.
Annähernd 100.000 Euro sind in die digitale Ausstattung investiert worden – finanziert durch das Land NRW aus den Mitteln „Digitalpakt Schule“, durch den Trägerverein PTA-Fachschule Westfalen-Lippe e.V. sowie nicht zuletzt den Förderverein der Schule.
Die Schule habe ihm vorher schon Spaß gemacht, aber jetzt „noch ein bisschen mehr“, sagt Fabian Falkenau, Klassensprecher in der Unterstufe. Weniger Frontalunterricht, dafür mehr gemeinsames Erarbeiten des Stoffes, erklärt er. Die digitalen Tafeln zum Beispiel sind mit dem Internet verbunden, die Laptops mit dem WLAN. Kommt beispielsweise eine Frage zu einem neuen Arzneimittel auf, kann die Klasse gemeinsam im Unterricht dazu recherchieren. Und dieses gemeinsame Erarbeiten mache den Unterricht für die Schüler „viel einprägsamer, und sie lernen lieber“, so Schulleiterin Uta Vogler. Für die Lehrer sei es zudem leichter, die Materialien immer auf den aktuellen Wissensstand zu bringen, flexibel auf neue Erkenntnisse zu reagieren und die Unterrichtsinhalte anzupassen. In einem Fachgebiet mit mit einem ständigen großen Wissenszuwachs ist dies ein wichtiger Faktor. „Die Ausbildungsqualität verbessert sich dadurch noch einmal“, so Vogler.
„Der Unterricht wird zudem schneller und effizienter“, ergänzt Fabian Falkenau. Tafelbilder müssen nun nicht mehr abgeschrieben werden, stattdessen stellen die Lehrer Skripte und Materialien digital zur Verfügung. Im Unterricht könne man sich dann auf dem Laptop Notizen machen, Ergänzungen hinzufügen. So bleibe mehr Zeit für die Erklärungen der Lehrer, für Fragen und das gemeinsame Durchgehen des Stoffes in der Klasse, sagt er.
Wobei er genauso wenig wie seine Mitschülerin Saphira Gökce, ebenfalls Klassensprecherin in der Unterstufe, ganz auf das eigenhändige Schreiben verzichten möchte. Um sich auf Klausuren und Prüfungen vorzubereiten, notieren die beiden nach wie vor das Gelernte noch einmal auf Papier und Karteikarten. „Das prägt sich besser ein“, sagt Saphira Gökce. Für das Leben lernten sie zudem auch etwas, räumen die beiden ein: verantwortlich mit den Medien umzugehen und sich durch Laptop und Handy im Unterricht nicht ablenken zu lassen. Dazulernen müssen allerdings auch die Lehrer noch ein bisschen, räumt Uta Vogler ein: die neuen Möglichkeiten richtig auszuschöpfen.
Mit Hilfe der Digitalisierung ist die Schule bisher auch gut durch die Pandemie gekommen. Schüler wie auch Lehrer, die sich in Quarantäne befinden, können mit den neuen Übertragungskameras in den Unterricht geschaltet werden. Pandemiebedingte Personalausfälle ließen sich dadurch auffangen, so Uta Vogler, Fehlzeiten für die Schüler ebenso. Mithin seien die Zeugnisse auch für den Abschlussjahrgang 2022, der die Ausbildung inmitten der Pandemie gestartet hatte, „sehr erfreulich ausgefallen“.
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