Wer ein Haus baut, käme wohl nie auf die Idee, Möbel hineinzustellen und Wertgegenstände zu deponieren, solange noch keine verschließbare Tür eingebaut ist, oder? Bei der digitalen Einrichtung hingegen nehmen es viele Unternehmen nicht so genau und sind online unterwegs, ohne sich große Gedanken um die Sicherheit zu machen. Wie wichtig es ist, die Tür zum Netz zu schließen, dafür hat Sebastian Barchnicki, Sprecher der Geschäftsführung von „DIGITAL.SICHER.NRW“, nun die Apotheken sensibilisiert. Auf der Jahrestagung von Vorstand und Beirat des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe (AVWL) hat er über die Risiken und Nebenwirkungen der Digitalisierung informiert. Friseursalons und kleine Zoohandlungen hat es bereits getroffen: Angriffe mit Phishingmails und Ransomware, also Schadprogrammen, die den Zugriff auf die eigenen Daten durch Verschlüsselung sperren. Mit der Folge, dass Kundenkontakte und Geschäftsdaten blockiert sind. Rechnungen können nicht mehr gestellt werden, Gehälter nicht gezahlt, Steuern nicht beglichen werden. „Kein Unternehmen ist zu klein oder zu unattraktiv, um ins Visier der Hacker zu geraten. Wenn es den Friseursalon treffen kann, dann auch die Apotheke vor Ort“, so Sebastian Barchnicki.
Während Patientendaten auf E-Rezepten und elektronischer Patientenakte in der Telematikinfrastruktur des Bundes als gut geschützt gelten, müssen die Apotheken ihre geschäftlichen Daten selbst absichern. „Gerade eine Branche, die zunehmend auf neue digitale Services setzt und durch Digitalisierung weitere Effizienzreserven heben will, muss sich intensiv um die eigene Sicherheit kümmern“, bestätigt Thomas Rochell, AVWL-Vorstandsvorsitzender.
Erste Tipps dafür hat Sebastian Barchnicki nun auf der Jahrestagung gegeben: „Wichtig ist, einen Notfallplan aufzustellen.“ Dieser muss Barchnicki zufolge die folgenden Punkte enthalten:
Regelmäßige Datensicherung und Updates, ein guter IT-Dienstleister und ein Passwortmanager sind nur einige der weiteren Maßnahmen, die Sebastian Barchnicki den Apotheken ans Herz legt. Zu all diesen Punkten bietet „DIGITAL.SICHER.NRW“ Seminare und Webinare und auch eine digitale Erstberatung an, stellt zudem viele nützliche Informationen online zur Verfügung. Das Kompetenzzentrum ist vom Land NRW ins Leben gerufen worden; seine Angebote sind für Unternehmen aus NRW kostenfrei.
Und für den Fall, dass doch einmal etwas schief geht und die Zugänge zu den eigenen Daten gesperrt werden, hat Sebastian Barchnicki einen dringenden Rat: nicht verhandeln, kein Lösegeld zahlen! Erstens, weil acht von zehn Unternehmen, die gezahlt haben, erneut angegriffen werden. Und zweitens, weil manche der Angreifer auch mit Terror in Verbindung gebracht werden, sodass Unternehmen, die Lösegelder zahlen, obendrein Gefahr laufen, wegen der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung belangt zu werden. Angreifer seien heutzutage im Übrigen keine Einzeltäter mehr, so Sebastian Barchnicki. „Cyberkriminelle agieren professionell und sind in gut organisierten Strukturen tätig. Sie setzen nicht nur auf gezielte Angriffe, sondern gehen häufig nach dem Gießkannenprinzip vor.“ Deshalb mahnt er eindringlich: „Es ist höchste Zeit für digitale Selbstverteidigung – und die ist Chefsache.“
Flyer, Broschüren und Infomaterialien ► https://www.digital-sicher.nrw/ Das Kompetenzzentrum bietet auch digitale Erstberatungen an ► Terminvereinbarung In Veranstaltungen und Seminaren bietet das Kompetenzzentrum viele Infos zum Thema Cybersicherheit ► Veranstaltungsübersicht Am 26.06.2025 von 9:00 Uhr bis 13:45 Uhr findet online der #umsetzungstag statt mit kostenlosen Online-Workshops zur digitalen Selbstverteidigung des eigenen Unternehmens ► Infos und Anmeldung
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